Während draussen Schneeflocken fielen, sorgte ein Trio erfahrener Musikerinnen und Musiker in der Villa Wellentanz für einen mitreissenden Abend. Hans-Peter Ruosch, Lukas Koeninger und Jill Schmid entführten das ausverkaufte Publikum in die Welt von Boogie-Woogie, Rock’n’Roll, Country und Blues – und huldigten dabei einem gemeinsamen Idol: Jerry Lee Lewis.

Hans-Peter Ruosch, bekannt unter seinem Künstlernamen «Hamp Goes Wild», ist in der Villa Wellentanz bereits ein vertrautes Gesicht. Der leidenschaftliche Interpret der Musik von Jerry Lee Lewis trat dort bereits 2024 und 2025 auf. Sein persönlichstes Erlebnis mit dem grossen Idol datiert auf das Jahr 1992: Als Lewis kurzfristig verhindert war, sprang Ruosch – sein Bruder spielte bereits in der Vorgruppe – spontan ein und bestritt kurzerhand ein eigenes Konzert.
Lukas Koeninger, der unter dem Namen «The Travelling Piano Man» auftritt, ist in Tirol aufgewachsen und lebt seit 2015 in Frankreich. Auch er entdeckte die Musik von Jerry Lee Lewis im Jugendalter – mit 17 Jahren – und brachte sich das Klavierspiel daraufhin vollständig autodidaktisch bei. 2017 trat er persönlich mit Lewis in Kontakt. Am Konzertabend beeindruckte er das Publikum mit einer leichtfüssigen, eleganten Spielweise, die selbst in schnellen Passagen und weiten Sprüngen mühelos wirkte.

Die dritte im Bunde war eine Entdeckung des Abends: Schlagzeugerin Jill Schmid, die in Kürze ihren 80. Geburtstag feiert. Davon war auf der Bühne nichts zu spüren. Auch Schmid ist Autodidaktin: Da es in ihrer Schulzeit keinen Schlagzeugunterricht gab, begann sie erst als Erwachsene, das Instrument zu erlernen. Am Abend begleitete sie das Piano-Duo zum allerersten Mal bei Boogie-Woogie – mit einer Selbstverständlichkeit, die das Publikum staunen liess. Eine zusätzliche Pointe: Als Gastgeber Jean-Pierre Kousz dem Piano-Duo die Schlagzeugerin vorschlug, stellte sich heraus, dass sie und Ruosch sich bereits vor 40 Jahren begegnet waren.

Den Auftakt zum Konzert machte «Lewis Boogie» (1956), gefolgt von «Drinkin‘ Wine Spo-Dee-O-Dee» (1949) und «High School Confidential» (1958). Im weiteren Verlauf standen «Boogie Woogie Country Man» (1975), «You Win Again» (1979) und «Whole Lotta Shakin‘ Goin‘ On» (1957) auf dem Programm. Aufgelockert wurde das Lewis-Programm durch Nummern von Elvis Presley («C.C. Rider», 1970), Tommy Tucker («High-Heel Sneakers», 1963), Glenn Miller («In the Mood», 1939), Ray Charles («What’d I Say», 1959), Freddie King («Big Legged Woman», 1972) sowie The Drifters («Save the Last Dance for Me», 1960).
Den krönenden Abschluss bildete «Wild One» (Lewis, 1974), mit dem Ruosch seinen Partnern ausdrücklich dankte. Mit einem kurzen Einschub aus «White Christmas» lieferte das Trio einen augenzwinkernden Kommentar zum Schneefall draussen. Die von Gastgeberin Barbara Münch eigens freigehaltene Tanzfläche erwies sich als vorausschauende Entscheidung: Mehrere Gäste – darunter ein Kind im Schulalter – tanzten während des Konzerts begeistert mit.
Es war der achte ausverkaufte Abend in Folge in der Villa Wellentanz. Weitere bereits ausverkaufte Konzerte sind angekündigt.
Bericht: René Kousz
Podcast mit Hamp & Lukas:

Hamp Goes Wild – Der Stammvater der Zürcher Boogie-Schule

Lukas Koeninger im Gespräch - The Traveling Piano Man!
