Hans Rüegg
Als Primarschüler musste ich in den Klavierunterricht. Das war problematisch denn ich konnte einfach keine Noten lesen. Der Lehrer, meine Eltern und ich haben nach wenigen Jahren aufgegeben.
Während der Mittelschule wurde ich ein grosser Fan der alten New Orleans Musik, meine Lieblingsband wurde Chris Barber.
Mit ein paar Freunden gründeten wir ca. 1962 eine Band an der KZO. Mir wurde die Trompete zugeteilt. Wir übten und übten und hatten schliesslich einige Einsätze an Tanzabenden der KZO und auch bei Familienfesten der Bandmitglieder.
Auch her wieder mein Problem: der Trompetenlehrer hat mich als hoffnungslosen Fall von wegen Noten lesen „entlassen“. So habe ich das selbst erlernt und auch einige Einsätze mit klassischer Musik an Hochzeiten gemacht. Das geübt ab Schallplatten.
So ab 1980 hatte ich ganz selten einmal einen kurzen musikalischen Einsatz. Kurz deshalb, weil der Ansatz fehlte.
Im Januar 2017 bekam ich unerwartet ein Telefon von Sepp Bachmann, dem Bandleader der New Orleans Stompers der für seine lange etablierte Band einen neuen Trompeter suchte. Fälschlicherweise ist er dabei auf mich gestossen. Ich hatte zwar einige Einsätze mit einer lokalen Band, aber mit wenig Ambitionen.
Für mich aber dann der Start in ein neues Musikleben. Ich war gerade mit 70 Jahren voll pensioniert worden und etwas Neues im Leben hat mich sehr gereizt.
Von da an habe ich intensiv geübt und mit meinen neuen Freunden schon über 50 Konzerte gespielt.
Ich kann sogar etwas Noten lesen, finde das aber noch immer sehr schwierig.
Wir spielen dort einige Stücke mit drei Klarinetten. Da kann ich mittlerweile auch einigermassen mithalten, wobei mich dieses Instrument sehr fasziniert. Auch das autodidaktisch erlernt.
Aber mein Favorit bleibt mein altes Bach 184 Kornett mit wunderbarem Sound.
In den letzten Jahren habe ich immer wieder mit Werni Braun zusammen musiziert und mittlerweile ist mit den Highlanders eine gute Band herangewachsen.
Wir haben grossen Spass am Musizieren und hoffen, das noch viele Jahre machen zu können.
Denn leider werden beim alten Jazz nicht nur die Stücke älter, sondern parallel dazu die Musiker und die Zuhörer.
