Ein Konzertabend in der Villa Wellentanz endet selten um Punkt acht. Die Musik klingt nach, man bleibt sitzen, kommt ins Gespräch, geniesst ein Glas Wein. Und irgendwann steht die Frage im Raum, die hier im oberen Tösstal viele kennen: Wie komme ich jetzt eigentlich nach Hause?
Wer in Wila oder in einem der Weiler an den Hügeln wohnt, weiss, wie das ist. Tagsüber ist die Region mit S-Bahn und PostAuto ordentlich erschlossen. Am Abend aber wird das Angebot dünn, und der Weg von der Haltestelle bis zur eigenen Haustür ist oft lang und dunkel. Genau an dieser Stelle setzt mybuxi an — und genau darum unterstützen wir das Projekt.
Was mybuxi ist
mybuxi ist ein Fahrdienst auf Verlangen für die ländlichen Regionen der Schweiz. Der Name ist ein Kunstwort aus «Bus» und «Taxi», und das beschreibt das Angebot ziemlich genau: Man bestellt seine Fahrt per App, ein meist elektrischer Minibus holt einen ab und bringt einen ans Ziel — zum Bahnhof, zum Arzt, ins Restaurant oder eben nach einem Konzert nach Hause.
Anders als ein Linienbus fährt mybuxi keinen festen Fahrplan ab, sondern dann und dorthin, wo gerade Bedarf besteht. Ein- und Ausstiegspunkte sind virtuelle Haltestellen, die nur in der App sichtbar sind — physisch sieht man sie in der Regel nicht. Wer in dieselbe Richtung unterwegs ist, steigt unterwegs zu. So werden Fahrten gebündelt, die Fahrzeuge besser ausgelastet und die Kosten tief gehalten.
Begonnen hat alles 2019 in Herzogenbuchsee. Inzwischen ist mybuxi in zahlreichen Regionen der Schweiz unterwegs, vom Mittelland bis ins alpine Urner Oberland, und hat weit über 300’000 Fahrgäste befördert. Rund die Hälfte aller Fahrten beginnt oder endet an einem Bahnhof — mybuxi ergänzt den öffentlichen Verkehr also, statt ihm Konkurrenz zu machen.
Das Projekt im Tösstal
Für unser Tal gibt es inzwischen ein konkretes Projekt: mybuxi Turbenthal-Tösstal. Verankert ist es in Turbenthal, wo die bisherigen Verbindungen — etwa nach Sitzberg — neu über mybuxi sichergestellt und die lokalen Verbindungen spürbar verbessert werden sollen. Das Angebot orientiert sich an den Betriebszeiten des öffentlichen Verkehrs und schliesst genau die Lücken, die ein klassischer Ortsbus auf dem Land nur teuer oder gar nicht abdecken kann.
Das Schöne an diesem Modell: Eine bestehende Betriebsregion lässt sich vergleichsweise einfach erweitern. Und neue virtuelle Haltestellen entstehen genau dort, wo Menschen sie brauchen.
Warum wir die Villa Wellentanz angemeldet haben
Wir fänden es grossartig, wenn es künftig auch in Wila virtuelle Haltestellen gäbe. Darum haben wir die Villa Wellentanz bereits als virtuelle Station beim Projekt Turbenthal angemeldet. Dies aus zwei ganz konkreten Gründen.
Zum einen reisen inzwischen viele unserer Gäste aus dem Tösstal an. Ein verlässlicher Fahrdienst am Abend würde ihnen den Besuch deutlich erleichtern, gerade dann, wenn der letzte Zug oder das letzte PostAuto längst weg ist.
Zum anderen leben in unserem Quartier viele junge Familien mit Kindern, aber auch zunehmend ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind. Für beide wäre ein Angebot wie mybuxi ein echter Gewinn an Selbständigkeit — niemand müsste mehr darauf warten, dass jemand aus der Familie den Fahrdienst übernimmt.
Warum das zu uns passt
Die Villa Wellentanz ist ein Ort der Begegnung. Menschen kommen hier zusammen, um Musik zu hören, Kunst zu erleben und miteinander Zeit zu verbringen — über Generationen hinweg. Mobilität ist dabei kein Nebenschauplatz, sondern eine ganz praktische Voraussetzung. Ein Kulturangebot auf dem Land lebt davon, dass die Leute auch tatsächlich hinkommen und wieder gut nach Hause finden.
Drei Dinge überzeugen uns an mybuxi besonders:
Erstens die Nachhaltigkeit. Elektrische Fahrzeuge, gebündelte Fahrten und eine echte Alternative zum eigenen Auto — das entspricht der Haltung, die wir auch sonst in der Villa Wellentanz leben.
Zweitens der Gemeinschaftsgedanke. mybuxi ist regional verankert, die Fahrerinnen und Fahrer kommen aus der Gegend. Das ist gelebte Nachbarschaft, kein anonymer Dienstleister.
Drittens der Gewinn für alle Generationen. Wer kein Auto besitzen will oder kann, bleibt damit eigenständig mobil — vom Schulkind bis zur Grossmutter.
Mitmachen
Ein lebendiges Dorf braucht beides: Orte, an denen man sich trifft — und einen Weg, um dorthin und wieder zurück zu kommen. Kultur und Mobilität gehören für uns zusammen.
Wenn auch Sie die Idee überzeugend finden: Informieren Sie sich über das Projekt mybuxi Turbenthal-Tösstal, erzählen Sie davon weiter, und werden Sie Teil der Bewegung. Je mehr Menschen mitmachen und je mehr virtuelle Haltestellen entstehen, desto eher fährt das «buxi» eines Tages auch in Wila vor — vielleicht schon bald direkt vor der Villa Wellentanz.
