Gestern Abend verwandelte sich die Villa Wellentanz in eine kleine Oase des Kaukasus. Unter dem Titel „Wein und Kunst“ erlebten die Gäste einen rundum gelungenen, genussvollen Abend, der die uralte Weinbautradition und Kultur Georgiens mit einer persönlichen, herzlichen Atmosphäre verband.
Georgien – Die Wiege des Weins im Glas
Den roten Faden des Abends bildete eine exklusive Weinprobe, professionell begleitet von Thomas Sollberger (Weinakademiker und internationaler Marketing-Manager). Georgien blickt als Wiege des Weins auf eine über 8’000-jährige Tradition zurück – geprägt von autochthonen Rebsorten und der traditionellen Vinifikation in unterirdischen Tongefässen, den sogenannten Qvevri.

Die Gäste wurden auf eine geschmackliche Entdeckungsreise geschickt:
- Weiss- und Orange-Wine: Vertreten durch eigenwillige und komplexe Tropfen wie den Krachuna oder den speziellem Kvevri/Orange-Wine-Ausbau, die mit Noten von Zitrus, getrockneten Aprikosen und intensiven Gerbstoffen überraschten.
- Saperavi-Rotweine: Die ikonische georgische Rotweinsorte zeigte sich in verschiedenen Varianten – vom fruchtbetonten Stahltank-Wein bis hin zum grossen Flaggschiff-Wein Shilda Patiani, der im französischen Eichenfass reifte [03:31:52].

Kulinarische Entdeckungen aus dem Kaukasus
Passend zu den Weinen servierten Barbara und Leona eine Auswahl typisch georgischer Köstlichkeiten. Entgegen dem Klischee, dass die kaukasische Küche schwer oder fettig sei, überzeugten die Gerichte vor allem durch raffinierte, nussige und kräuterintensive Noten. Aufgetischt wurden unter anderem hausgemachte Dips (mit Baumnüssen, Spinat und Randen), einen wunderbaren Rindfleischtopf und frisch gebackenes Brot.
Als amüsantes Highlight des Abends sorgte ausserdem das georgische Pendant zu Süssigkeiten – die traditionellen Churchkhela (traubensaftummantelte Nuss-Spezialitäten) – für Gesprächsstoff und das eine oder andere Schmunzeln an den Tischen.
Musikalische Untermalung und Schulstunden-Nostalgie

Für die kulturelle und musikalische Seele des Abends sorgte die Pianistin Irina Vardeli. Sie entführte das Publikum mit Stücken aus dem Zyklus „Tagebuch eines Schülers“ des bekannten georgischen Komponisten Nodar Gabunia sowie stimmungsvollen Filmkompositionen von Giya Kancheli in eine nostalgische, schulische Alltagswelt vergangener Jahrzehnte. Nebenbei erfuhren die Anwesenden spannende Einblicke in die faszinierende, völlig eigenständige georgische Sprache und das jahrtausendealte Alphabet.
Genuss mit sozialem Mehrwert

Der Abend in der Villa Wellentanz war nicht nur ein Fest für die Sinne, sondern stand auch im Zeichen der Solidarität. Irina Vardeli nutzte den Rahmen, um auf ihre Stiftung aufmerksam zu machen, die musikalisch talentierte Kinder und Jugendliche in Georgien aus bedürftigen Familien unterstützt. Sämtliche Einnahmen aus CD-Verkäufen und Spenden fliessen direkt in dieses Herzensprojekt.
Ein herzliches Dankeschön an alle Akteure, besonders Leona, Thomas und Irina – für diesen unvergesslichen Abend voller Kultur, Wein und Lebensfreude!
Bericht & Photos: Jean-Pierre Kousz


